
Nicht jedes Verhaltensmuster ist automatisch „schlecht“.
Manche Muster helfen uns,
Struktur,
Sicherheit
oder Stabilität in unserem Alltag zu schaffen.
Disziplin kann ein Verhaltensmuster sein.
Routinen.
Sport.
Pünktlichkeit.
Verlässlichkeit.
Die Fähigkeit,
Konflikte ruhig anzusprechen.
Oder Verantwortung zu übernehmen.
Es gibt also durchaus Muster,
die unterstützend wirken können.
Manche Muster engen uns langfristig eher ein
Gleichzeitig gibt es auch Bewegungen,
die uns langfristig eher einengen,
erschöpfen oder immer wieder ähnliche Probleme erzeugen.
Zum Beispiel:
• Perfektionismus.
Der ständige Druck,
alles richtig machen zu müssen.
• Selbstkritik.
Immer wieder hart mit sich selbst zu sprechen.
• Selbstsabotage.
Kurz bevor etwas gut werden könnte,
zieht man sich zurück,
zerstört etwas
oder hält sich selbst klein.
• Konfliktvermeidung.
Schwierige Gespräche vermeiden,
Gefühle runterschlucken
oder Harmonie herstellen,
obwohl innerlich längst Spannung entsteht.
• Übermäßiges Sorgenmachen.
Gedanklich ständig mögliche Probleme durchspielen,
um Kontrolle zu behalten.
• Abhängigkeit von externer Bestätigung.
Das Gefühl,
nur wertvoll zu sein,
wenn Anerkennung von außen kommt.
Auch in Beziehungen zeigen sich häufig bestimmte Muster
Zum Beispiel:
• Co-Abhängigkeit.
Sich stark über andere definieren
oder sich verantwortlich für die Gefühle anderer fühlen.
• Bindungsangst.
Nähe zu wollen
und gleichzeitig Distanz zu schaffen,
sobald sie entsteht.
• Wiederkehrende toxische Beziehungen.
Immer wieder in ähnliche Dynamiken geraten,
obwohl man eigentlich etwas anderes möchte.
• Eifersucht.
Kontrolle.
Misstrauen.
Ständige Verlustangst.
Manche Muster zeigen sich auch körperlich oder im Alltag
Zum Beispiel:
• ständig beschäftigt sein
• nicht still sitzen können
• übermäßiges Putzen
• zwanghaftes Kontrollieren
• ständig diskutieren müssen
• Wutausbrüche
• mit Türen knallen
• sich emotional zurückziehen
• stundenlang scrollen
• sich in Arbeit verlieren
• permanent funktionieren
Manche Muster wirken dabei gesellschaftlich sogar „produktiv“.
Und genau deshalb werden sie oft lange nicht hinterfragt.
Ein Muster ist nicht automatisch deine Persönlichkeit
Wichtig ist:
Ein Verhaltensmuster ist nicht automatisch deine Persönlichkeit.
Oft handelt es sich eher um erlernte Bewegungen,
die irgendwann versucht haben,
mit Stress,
Unsicherheit,
Schmerz
oder bestimmten Erfahrungen umzugehen.
Das bedeutet nicht,
dass jedes Muster sofort „weg“ muss.
Aber vielleicht beginnt Bewusstsein genau dort,
wo wir anfangen zu erkennen,
welche Bewegungen in uns eigentlich permanent ablaufen.
